Die zweite Generation

Dieser musste unvorhergesehen, noch vor dem endgültigen Abschluss seiner Ausbildung die Firmengeschicke leitend übernehmen.

 

Am 18. Juni 1968 starb nämlich Emmeran Ludwig überraschend im Alter von nur 49 Jahren.

Sohn Hans-Peter war noch nicht 25 Jahre alt und nach dem Maschinenbau Studium gerade dabei, im ersten Jahr berufliche Erfahrungen zu sammeln. Dies galt es nun in der elterlichen Firma fortzusetzen.

Hans-Peter Ludwig wandelte die Einzelfirma in eine Familien KG um. Die Attraktivität der in eigener Konzession betriebenen „Olympia-Linie” erhöhte er durch den Einsatz des ersten Doppelstock-Linien- Busses von Büssing in München.

Wenn sich Hans-Peter Ludwig an diese 20 Jahre zurückerinnerte, besonders an die Stunde, in der er den ersten Scheck für den Fahrzeugkauf unterschrieb, dann erfüllen Bewunderung für den Mut und etwas Schrecken über die Kühnheit des Newcomers den heutigen Chef. Doch er hatte nicht viel Zeit, über weitreichende Probleme tiefschürfend nachzudenken.

Die Olympischen Spiele des Jahres 1972 warfen ihre Schatten voraus. Der MVV wurde gegründet, für das Unternehmen Ludwig mit der Folge, dass die Stammlinie von Pasing nach Gröbenzell nur noch bis Lochhausen führte.

 

Starke Stammbesetzung

Die Olympischen Spiele brachten aber auch den Einsatz von drei Doppeldeckern, um das verstärkte Fahrgastaufkommen bewältigen zu können. Dazu benötigte Ludwig natürlich auch Fahrer, doch in München gab es keine. Deshalb erinnerte sich Hans—Peter Ludwig der alten Verbindungen nach Berlin und annoncierte in mehreren Berliner Zeitungen. Daraufhin haben sich 2 Fahrer gemeldet und sind unter der Bedingung eine Wohnung für sich und die Familie zu bekommen, in den Süden gezogen. Sie sind bis heute bei Ludwig tätig. Insgesamt ist heute ein Drittel der 40 Mann Mannschaft über 15 Jahre im Unternehmen tätig und ein weiteres Drittel bereits über 10 Jahre. Mit den elf Fahrzeugen bewältigen die 40 Mitarbeiter rund eine MiIIion Kilometer pro Jahr.

Verantwortung im Verband

Hans—Peter Ludwig erinnerte sich auch des Engagements seines Vaters für die Berufskollegen in der Phase des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. So war es für ihn geradezu eine „Selbstverständlichkeit”, dass er Verantwortung im Vorstand des Landesverbandes Bayerischer Omnibusunternehmer (LBO) übernahm, als im Dezember 1972 das schreckliche Flugzeugunglück von Teneriffa große Lücken in die bayerische Omnibusunternehmerschaft gerissen hatte. Zunächst besetzte er als Maschinenbauingenieur das Spezialgebiet Technik und ab 1980 übernahm er den Vorsitz der Tarifkommission des LBO.