Private Omnibusbetriebe sind meist das Werk einzelner herausragender Unternehmerpersönlichkeiten.

 

Das ist auch im Fall des Omnibusunternehmens Ludwig nicht anders. Doch wird die Entwicklung dieses Omnibusbetriebes noch von einer weiteren bestimmenden Komponente getragen. Und das von den ersten Anfängen bis heute. Es sind der Gemeinschaftssinn des Firmengründers Emmeran Ludwig, seine Kampfkraft und sein Teamgeist, die sich auch auf seinen Sohn Hans-Peter Ludwig übertragen haben und bis heute die Unternehmensgeschichte bestimmen.

 

Übrigens auch die Freizeit, denn der schnelle, kampfbetonte Mannschaftssport Eishockey hat von den Familien des Vaters und des Sohnes „Besitz ergriffen”.

 

 

Angefangen hat alles sozusagen mit einer Niederlage.

 

Im Lazarett von Füssen, wo der junge Münchner Soldat Emmeran Ludwig 1942 seine Verletzungen kurierte.

 

Zur Wiedergenesung trug dort nicht wenig die junge Witwe Helene Maurus bei. Die Heirat bestimmte auch den beruflichen Lebensweg von Emmeran Ludwig neu, nämlich in der angeheirateten Spedition.

 

Ein Jahr später kommt in einer der schlimmsten Bombennächte in München der Sohn Hans-Peter zur Welt. Nach dem Willen des Vaters musste es „unbedingt München” sein. Ein „Holzgaser“ brachte die junge Mutter zur Entbindung auf holpriger Landstraße vom Ostallgäu in die Landeshauptstadt.

 

Das Kriegsende bedeutete für die Ludwigs auch Neubeginn. In und um Füssen wurde der Fracht- und Personenverkehr, so gut es eben ging, wiederaufgebaut. Emmeran Ludwig und seine Frau gehörten zu jener Art privater Unternehmer, ohne deren zupackende Art, ohne deren Kreativität, Mut und Fleiß es nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik wohl kaum so schnell wieder halbwegs geordnete Verkehrsverhältnisse auf der Straße gegeben hätte. Immerhin setzte der Jungunternehmer bereits 1945/46 einen Omnibus ein.

 

 

Doch die Sehnsucht nach der Heimatstadt München und der Wunsch bei deren Wiederaufbau mitzuhelfen, waren nicht zu unterdrücken. Während Frau und Kind in Füssen blieben, versuchte Emmeran Ludwig mit viel Idealismus und Tatkraft einen Neuanfang in München.

 

„Uneigennütziger Einsatz”

 

 

Wie der damalige Stadtdirektor Baumeister in einer „Vormerkung” festhielt, wurde seit April 1947 in München „an der Verwirklichung des Projektes, durch einen größeren inner- städtischen Einsatz von Omnibussen privater Unternehmer die Verkehrsverhältnisse zu verbessern, gearbeitet”.

 

Und über den Firmengründer Ludwig heißt es dort: „Herr Emmeran Ludwig, München, Maxstadtstraße 37, hat sich von April bis September 1947 in uneigennütziger Weise dafür eingesetzt, die Voraussetzungen für die Durchführung des Planes zu schaffen”.

 

 

Diesen Einsatz leistete er vor allem in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der „Arbeitsgemeinschaft des Münchner Omnibusverkehrs”, der Zusammenfassung aller an diesem Plan beteiligten Privatunternehmer.

 

 

So erhielt auch Emmeran Ludwig am 9. August 1948 den ersten Vertrag mit der Landeshauptstadt zur Durchführung des Linienverkehrs zwischen dem Münchner Stachus und Gröbenzell.